Edelstein - Lexikon Citrin

Es gibt nur wenige gelben Edelsteine. Es kann ein Diamant oder Saphir sein, ein Turmalin oder Chrysoberyll, die neigen jedoch eher zum Grün, ein Goldberyll und eben der Edeltopas. Der Citrin erfüllt dagegen alle Farbwünsche von Zitronengelb bis Rötlichbraun.


Citrin Rohstück
Viele Menschen kennen den Citrin unter dem Namen Goldtopas, auch als Madeira- oder spanischer Topas bezeichnet, dabei hat er mit dem höherwertigen Edelstein Topas fast nichts gemeinsam, außer einigen Farbnuancen.
Der Name des Citrin ist von der Farbe abgeleitet, dem Gelb der Zitrone. Die begehrtesten Steine besitzen ein klares, leuchtendes Gelb- bis hinzum Braunrot. Wie alle Kristallquarze hat der Citrin die Härte 7 ist somit gegen Kratzer relativ unempfindlich. Selbst hartes Anstoßen wird er nicht gleich übelnehmen, da er keine Spaltbarkeit besitzt.
Wodurch unterscheidet sich der Topas vom Citrin? Chemisch ist der Topas (auch als Edeltopas bezeichnet) ein Fluor-Aluminiumsilikat. Er ist bedeutend härter, schwerer und hat eine höhere Lichtbrechung als Quarz, welche ihm in guter Farbe mehr Feuer verleiht. Eine Schwäche des Edeltopas ist seine gute Spaltbarkeit. Finden kann man ihn in allen Farben des Regenbogens und bekannt ist er schon seit mindestens 2000 Jahren.

Auch beim Quarz kommt Gelb in der Natur vor, dann, wenn sich Spuren von Eisen im Siliziumdioxyd befinden. Möglicherweise wäre der Citrin heute schon kein Thema mehr, hätte man nicht Mitte des 18. Jahrhunderts herausgefunden, daß auch Amethyste und Rauchquarze durch Brennen gelb werden können. So wird brasilianischer Amethyst bei 470°C hellgelb, bei 550°C bis 560°C dunkelgelb bis rotbraun.
ovaler Citrin naturfarben

gebrannter Citrin
Einige der Rauchquarze können schon bei 300-400°C die Citrinfarbe annehmen. Auch blaße Citrine kann man brennen, sie werden dann farbintensiver und bekommen einen leichen Stich ins rötliche. Nur ein geübter Fachmann kann an der unterschiedlichen Farbverteilung, vom wolkig beim Naturgelb, von zarter Streifung bei gebrannten Steinen, überhaupt die Hitzebehandlung erkennen.

Erst Anfang der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts setzte in Europa der Boom für die gelben bis rötlichen Kristallquarze ein. Auslöser waren die ausgewanderten Idar-Obersteiner Achatschleifer, die aus Brasilien und Uruguay mit Amethyst und Achat auch große Mengen Citrin in die alte Heimat schickten. So trugen die goldgelben Quarze mit dazu bei, daß sich Idar-Oberstein bis heute zu einem Weltzentrum der Edelsteine entwickelt hat.



zurück