Edelstein - Lexikon Demantoid

Der Demantiod war bisher nur vielen Edelsteinliebhabern und Mineraliensammlern bekannt. Seine Bekanntheit steigerte sich erst als Russlands Starjuwelier Karl Fabergé in zu seinem Lieblingsstein erklärte.

Was macht diesen Edeltein so faszinierend? Eigentlich ist der Demantoid ein grüner Granat, er gehört also zur großen Edelsteinfamilie der Granate, aber er ist der Star unter den grünen Granaten. Der Demantoid besitzt eine extrem hohe Lichtbrechung (1,888). Bemerkenswert ist dabei die Dispersion, d.h. seine Fähigkeit, das durch die Facetten einfallende Licht zu reflektieren und dabei in alle Farben des Regenbogens zu zerlegen. Das beherrscht der Demantoid so meisterlich, besser noch als der Diamant. Daher stammt auch sein Name, der aus dem Holländischen stammt und soviel wie ''der Diamantähnliche'' bedeutet. Manche Edelsteinhändler behaupten, ein Demantoid glühe selbst noch im Schatten.

Das alleine macht ihn aber noch niocht so begehrenswert - er ist die teuerste Granat-Varietät und einer der wertvollsten Edelsteine überhaupt. Hoch geschätzt ist er wegen seiner Seltenheit in Verbindung mit dieser unglaublichen Leuchtkraft. Sein Farbenspektrum zeigt viele Grün-Schattierungen vom leicht gelblichem Grün bis zum golden leuchtenden Braungrün. Besonders wertvoll ist ein tiefes Smaragdgrün, das allerdings nur äußerst selten vorkommt. Nur wenige Steine wiegen in geschliffenem Zustand mehr als zwei Karat; die meisten sind kaum über ein Karat schwer.

Erstmals 1868 im Uralgebirge Rußlands entdeckt, avancierte der Demantoid rasch zu einem hochbegehten Edelstein. Vor allem Russlands Starjuwelier Karl Fabergé liebte ihn wegen seiner enormen Brillanz und verarbeitete in gerne in seinen Kostbarkeiten. Doch nach den Wirren des ersten Weltkrieges begann der grüne Stern schnell zu verblassen da die Minen erschöpft waren und neue Funde ausblieben. Selbst vereinzelte Funde im Kongo oder in 1975 Korea konnten daran nichts ändern, zumal die Qualität nur für Sammlerzwecke geeignet waren. Dies änderte sich erst Mitte der 90er Jahre, als man in Namibia eine neue edelsteinführende Ader entdeckte.

Ein wandernder Ziegenhirte soll damals einige kristallähnliche Gebilde gefunden und sie im nahegelegenen Ort herumgezeigt haben. Sorgsam baut man hier nun die seltenen Edelsteine von Hand aus dem Muttergestein ab. Möglichst wenig des kostbaren Rohmaterials darf dabei verloren gehen.

Demantoide aus Namibia sind von lebhaftem hellen Grün bis hin zu intensivem Blau-Grün mit auffallend guter Brillanz. Dank der Härte von knapp 7 auf der Mohs´schen Skala eignen sie sich gut zur Verarbeitung in Schmuck. Allerdings fehlt ihnen ein Merkmal, das den Demantoid bisher sofort beim Blick durch das Mikroskop verriet: Die ''horse-tail inclusions'' . Diese meist radialstrahlig angeordneten goldgelben Kristallfäden aus Byssolith traten bisher praktisch in jedem Demantoid auf. Bei den relativ einschlussfreien Edelsteinen aus Namibia fehlen sie – leider. Denn sie sind nicht nur typisch für den Demantoid, sondern können bei ausgeprägter Form sogar seinen Wert erhöhen. Stammt der Stein aus Russland, so werden Sie möglicherweise diese feinen fasrigen Gebilde sehen können, deren Ähnlichkeit mit dem Schweif eines Pferdes unverkennbar ist. Sie haben dann einen sicheren Hinweis auf seine Herkunft. Gleichzeitig zeigt Ihnen dieser "Fingerabdruck der Natur", dass Sie einen der seltensten und wertvollsten Edelsteine in den Händen halten. Die Seltenheit werden Sie allerdings auch am Preis spüren, denn ein Demantoid aus Russland wird deutlich höher bewertet als die ebenfalls hochbrillanten grünen Granate aus Namibia.



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