Edelstein - Lexikon Diamant

"Ein Diamant ist unvergänglich" so lautet eine der wohl bekanntesten Aussagen zum Diamanten. Aber was macht diesen Edelstein so faszinierend?
Den Namen hat der Diamant von seiner Härte, er stammt aus dem griechischen (adamas: was bedeutet der Unbezwingbare). Es gibt nichts vergleichbar Hartes. Seine Schleifhärte ist 140 mal so groß wie die von Korund. Aber nicht nur die Härte allein, sondern auch der sehr starke Glanz und das Lichterspiel bei den geschliffenen Diamanten faszinieren Jung und Alt.
Der Diamant besteht aus reinem kristalisiertem Kohlenstoff. Seine Farbe gibt sich von farblos, bis gelb, über braun bis hin zu vereinzelten grün, blau und rötlichen Farbtönen. Er ist chemisch sehr Beständig, lediglich Chromschwefelsäure verändert ihn bei 200°C zu Kohlendioxid. So hart und beständig er auch scheinen mag, so empfindlich kann er auf Stöße reagieren. Nur wegen seiner Spaltbarkeit kann man den Diamanten überhaupt erst bearbeiten. Dies ist möglich, da der Diamant über unterschiedliche Härtegrade auf den Kristalflächen verfügt. So erst kann man ihn spalten und mit Diamantpulver schleifen.
Gelber Diamant

weiße und farbige Rohsteine
Entstanden ist der Diamant, der König der Edelsteine, in großer Tiefe bei 1100-1300°C unter sehr hohem Druck. Durch Eruption in den Kraterröhren gelangt er mit dem umgebenden Gestein (Kimberlit) bis an die Erdoberfläche. Seine Gewinnung erfolgt in vulkanischen Durchschlagsröhren, den sogenanten Pipes (englisch für Röhren) oder in sekundären Lagerstätten.
Die wohl bekannteste Pipe ist die Kimberley-Mine (sog. Big Hole), 1871-1908 von Menschenhand gegraben, 460m im Durchmesser und 1070m Schachttiefe, heute bis zur Hälfte mit Grundwasser gefüllt. 14,5 Millionen Diamant-Karat (fast 3 Tonnen) wurden aus ihr gewonnen.
Heutzutage ist man dazu übergegangen, solche Pipes im Untertagebaubetrieb auszubeuten. Die bekanntesten Pipe-Minen in Südafrika sind die Bulfontein-, De-Beers-, Dutoitspan-, Finch-, Jagersfontein-, Premier- und Wesselton-Mine.

Kimberley-Mine

Auch beim Diamanten gibt es unterschiedliche Qualitäten. Nur etwa 20 Prozent aller Diamanten eignet sich zu Schmuckzwecken, der Hauptteil wird in der Technik verwendet. Er findet dort Verwendung für Bohrkronen, Fräsgeräte, Glaswerkzeuge und Schleifscheiben und in der Wissenschaft für Meßtechnik und zu Härteprüfungen.
Die Qualitätsbewertung beim Diamanten erfolgt nach den 4 "C" Colour, Clarity, Cut und Carat (Farbe, Reinheit, Schliff und Gewicht). Die Farbe wird unterschieden nach:
River (Blauweiß), Top Wesselton (Feines Weiß), Wesselton (Weiß),
Top Crystal (Schwaches getöntes Weiß), Crystal (Getöntes Weiß), Top Cape oder Silver Cape (Schwach Gelblich),
Cape (Gelblich), Light Yellow (Schwach Gelb) und Yellow (Gelb),
wobei hier nur von einer schwach getönten Farbe gesprochen wird. Die selteneren, vollen Farben (grün, rot, blau, purpur, braun und gelb) erziehlen Liebhaberpreise.

Beim Reinheitsgrad (Clarity) unterscheidet man:
InternationalDeutschDefinition
ifLupenreinbei 10facher Vergrößerung frei von inneren Merkmalen
v vssehr, sehr kleinen Einschlüssenbei 10facher Vergrößerung wenige, sehr sehr kleine Einschlüsse, kaum zu erkennen
vssehr kleinen Einschlüssenbei 10facher Vergrößerung einige sehr kleine Einschlüsse
sikleinen Einschlüssenmehreren kleine Einschlüsse, bei 10facher Vergrößerung leicht zu erkennen
P1deutlichen EinschlüssenEinschlüsse, die bei 10facher Vergrößerung sofort erkennbar sind, aber die Brillanz nicht mindern
P2Größeren EinschlüssenGrößere und / oder zahlreiche Einschlüsse, die die Brillanz nur schwach mindern und mit bloßem Auge erkennbar sind.
P3Groben EinschlüssenGroße und / oder zahlreiche Einschlüsse, die die Brillanz erheblich mindern.

Die Diamantenproduktion und der Handel der ganzen Welt werden zu etwa 80 Prozent von einem Unternehmen geleitet bzw. kontolliert - man spricht auch gerne vom Diamantensyndikat. Alle für Schmuckzwecke geeignete Diamanten gehen nach London und werden von dort auf die Diamantenbörsen verteilt. Die wohl bekannteste Börse ist in Amsterdam, es gibt aber auch welche in Antwerpen, New York, Ramat Gan (Israel), außerdem in Johannesburg, London, Mailand, Paris, Wien und seit 1974 auch in Idar-Oberstein (Deutschland).



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