Edelstein - Lexikon Saphir

Der Name Saphier wurde früher für verschiedene Steine verwendet. In der Antike und teilweise bis ins Mittelalter hinein verstand man unter dem Saphir meist den heutigen Lapislazuli.
Um 1800 erkannte man, das Saphir und Rubin zur Korund-Gruppe gehören. Bezeichnete man Anfangs nur die blauen Korunde als Saphire so werden heute alle nicht roten Varietäten in Edelsteinqualität mit einem qualifizierenden Wort z. B. grüner Saphir oder gelber Saphir gekennzeichnet.
Farbloser Saphir heißt auch Leukosaphir, (gr.: weiß), der orangegelbe Saphir wird auch als Padparatscha (Singhalesisch: Lotosblüte) bezeichnet.

Eine scharfe Abgrenzung zwischen Saphir und Rubin besteht nicht, doch neigt man allgemein dazu, lichtrote, rosefarbene oder violette Korunde dem Saphir zuzuschreiben, da sie hier einen eigenständigen Wert darstellen als in der Gruppe der Rubine, wo man sie zu den niedrigeren Qualitäten zählen würde.
Eisen und Titan geben dem blauen Saphir seine herliche Farbe, ein bischen Vanadium dazu und schon bekommt man violet.
Ein geringerer Eisengehalt bewirkt die gelben und grünen Töne, ein bischen Chrom und wir erhalten rosa Farben.
Doch am meisten geschätzt ist ein reines Kornblumenblau
Genau wie beim Rubin gibt es auch beim Saphir Einlagerungen aus Rutil, wodurch auch hier vom Schleier oder einem Stern gesprochen werden kann.
Saphire findet man in Indien, Burma, Ceylon, Thailand, Vietnam, Australien, Brasilien und Afrika.
Die Gewinnung erfolgt überwiegenden auf alluvialen Vorkommen oder Verwitterungslagerstätten. Von Hand gegrabene Löcher oder abgetragene Hänge ermöglichen den Abbau der in tieferen Schichten liegenden Edelsteinschicht. Die Trennung von Ton, Sand und Kies erfolgt durch Auswaschen der Edelsteine. Durch das spezifische höhere Gewicht bleiben die Steine liegen und können von Hand aussortiert werden.
Große Saphire sind Raritäten. Sie werden teilweise mit eigenen Namen belegt, so wie bei berühmten Diamanten:
Das American Museum of Natural History in New York besitzt den Stern von Indien, den wohl größten geschlieffenen Sternsaphir (536 ct), außerdem den Mitternacht-Stern, einem schwarzen Sternsaphir (116 ct).
Der Stern von Asien, ein Sternsaphir von 330 Karat wurde vom Smithsonian Institut in Washington erworben.
Zwei berühmte Saphire (St. Edward's - und Stuart-Saphir) befinden sich im englischen Kronschatz.

Nicht unerwähnt bleiben sollte die vielfältige Verwechslungsmöglichkeit des Saphirs mit bestehenden zahlreichen Edelsteinen - so bestehen Ähnlichkeiten mit Benitoit, Cordierit, Kyanit, Spinell, Tansanit, Topas, Turmalin, Zirkon und ebenso mit Glas.
Seit 1947 gibt es sogar synthetische Sternsaphire in Schmuckqualität.



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