Edelstein - Lexikon Smaragd

Der Name Smaragd kommt vom griechischen Wort ''smaragdos'' und bedeutet eigentlich nichts anderes als ''grüner Edelstein''.Unzählige abenteuerliche Geschichten ranken sich um diesen herrlichen Edelstein. Schon den Inkas und Azteken Südamerikas galt er als ein heiliger Edelstein. Die wohl ältesten bekannten Fundstellen liegen in der Nähe des Roten Meeres. Diese bereits von den ägyptischen Pharaonen zwischen 3000 und 1500 v. Ch. ausgebeuteten und später ''Minen der Kleopatra'' genannten Edelsteinminen waren bei ihrer Entdeckung allerdings bereits erschöpft.

Einer der größten Smaragde der Welt ist der ''Mogul Emerald''. Er stammt aus dem Jahr 1695, wiegt 217,80 Karat und ist rund 10 cm hoch. Eine Seite ist mit Gebetstexten beschriftet, auf der anderen Seite sind prächtige Blumenornamente eingraviert. Der legendäre Smaragd wurde am 28. September 2001 durch Christie´s of London für 2,2 Millionen US $ an einen unbekannten Käufer versteigert.

Smaragd gehört mit Aquamarin und Beryll zur Beryll-Gruppe. Er gilt als der Edelste in dieser Runde. Sein Grün ist so unvergleichbar, das man diesen Farbton eigenständig als Smaragdgrün bezeichnet.
Farbgebende Substanz ist Chrom, mitunter auch Vanadium. Am begehrtsten ist ein tiefes Grün, das selbst mit Einschlüssen wertvoller sein kann als eine blasse und nahezu lupenreine Qualität. Diese getrübte Durchsicht des Smaragd entstehen durch Flüssigkeiten, Gasblasen oder Heilungsrissen anderer Kristalle. Sie gelten nicht unbedingt als Fehler, wenn Sie keinen zu großen Anteil haben. Diese kleinen Einschlüsse weren auch als Jardin (frz.: Garten) bezeichnet.

Smaragde entstehen im Zusammenwirken von aufdringendem Magma und metamorphen Gesteinsumwandlungen.
Die Gewinnung erfolgt fast nur aus dem Muttergestein, wo der Smaragd in kleinen Gängen eingewachsen oder an den Wänden von Hohlräumen aufgewachsen ist.
Der Abbau erfolgt neben Stollenbetrieb vornehmlich in stufenförmigen Terassen über Tage.
Nach wie vor ist Kolumbien Fundland Nummer Eins für feine Smaragde. Dort sind etwa 150 Fundstellen bekannt, aber nicht alle werden zur Zeit auch ausgebeutet. Die bekanntesten Namen sind Muzo und Chivor, wo bereits von den Inkas Smaragde gewonnen wurden. Wirtschaftlich die wichtigste Mine ist Coscuez.

Smaragd im Muttergestein

Die gute Härte (nach Mohs: 7,5-8) schützt den Smaragd zwar weitgehend von Kratzern, aber seine Sprödigkeit und die vielen Risse können das Schleifen, Fassen und Reinigen problematisch machen.
Smaragde zu schleifen ist selbst für den Schleifer eine besondere Herausforderung, zum einen wegen des hohen Wertes der Rohkristalle und zum anderen wegen der häufigen Einschlüsse. So wurde speziell für ihn ein eigener Treppenschliff geschaffen: Den Smaragdschliff. Das klare Design der rechteckigen oder quadratischen Schliffform mit abgeschrägten Ecken bringt die Schönheit des wertvollen Edelsteins vollendet zur Geltung und schützt ihn gleichzeitig vor mechanischer Beanspruchung. Smaragde werden jedoch auch in vielen anderen, zumeist klassischen Formen geschliffen, z. B. zu einem sanft gerundeten Cabochon oder den in Indien besonders beliebten Smaragdperlen.
Viele Smaragde sind heute mit Ölen oder Naturharzen behandelt. Das ist handelsüblich, hat aber die Konsequenz, dass die grünen Kostbarkeiten recht empfindlich auf unsachgemäße Behandlung reagieren. So dürfen sie nicht im Ultraschallbad gereinigt werden.
Die während des Bearbeitens vom Schleifer benutzten oder nachträglich aufgebrachten Substanzen versiegeln die feinen Öffnungen auf der Oberfläche des Edelsteins und würde beim Reinigungsprozess entfernt und als Ergebniss der Stein anschließend matt wirken. Deshalb sollten Smaragdringe auch immer abgenommen werden, bevor man die Hände in Wasser mit Reinigungsmittel taucht.

Auch beim Smaragd gibt es Verwechslungsmöglichkeiten, so z. B. mit Demantoid, Diopsid, Dioptas, Grossular, Hiddenit, Peridot, grüem Turmalin und Uwarowit. Seit 1848 gibt es auch Smaragd.Synthesen, wichtiges Unterscheidungsmerkmal bietet ultraviolettes Licht: Synthetische Smaragde sind für das kurzwellige UV-Licht durchlässig, natürliche Smaragde nicht.



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