Edelstein - Lexikon Tsavorit / Tsavolith

Der wohl schönste grüne Edelstein nach dem Smaragd ist der Tsavorit (auch als Tsavolith bezeichnet), eine grüne Varietät aus der Gruppe der Granate. Sein lebhaftes und leuchtende Grün reicht vom hellen Grün über ein intensives Blaugrün bis hin zum tiefen Waldgrün.
Alte Legenden besagen, ein Granat sei schwierig zu verstecken. Sein funkelndes Licht würde selbst durch die Kleidung hindurch zu sehen sein. Dies zu glauben, fällt nicht schwer, angesichts der fantastischen Brillianz und dem Lichtspiel, das uns der Tsavorit bietet.

Wie alle Grante hat der Tsavorit einen hohen Lichtbrechungsindex von 1,734 bis 1,744 und eine Härte von circa 7 1/2 auf der Mohs´schen Skala. Im Gegensatz zum Smaragd ist er aber deutlich unempfindlicher und robuster, da er nicht so schnell splittert. Durch diese positive Eigenschaft läßt sich der Tsavorit so sehr gut dicht an dicht fassen, dem sog. ''invisible setting''.

Der Tsavorith ist ein sehr junger Edelstein, er wurde erst 1967 von dem britischen Geologen Campbell R. Bridges in den Bergen im Nordosten von Tansania entdeckt. Auf seiner Suche nach Edelsteinen stieß er auf eigenartige, kartoffelartige Gesteinsknollen, in deren Inneren er wunderschöne Körner und Kristalbruchstücke fand. Die gemmologische Prüfung ergab, dass er grüne Grossulare entdeckt hatte. Trotz aller Anstrengungen gelangte es nicht, die Steine aus Tansania auszuführen. Campbell B. Bridges gab nicht auf und suchte beharrlich weiter. Er vermutete, die edelsteinführende Ader reiche möglicherweise bis nach Kenia hinein, und so wurde dort 1971 erneut fündig.

Anfangs war er nur den Fachleuten bekannt, doch eine breit angelegte Promotion-Kampagne von Tiffany verhalf im zu seiner Bekanntheit. Wie kam es aber zu den Namen Tsavorit und Tsavolith - wo er doch eigentlich ein grüner Grossular ist und aus der farbenreichen Edelsteinfamilie der Granate stammt? Nach der modernen mineralogischen Nomenklatur erhalten Edelsteine einen auf ''it'' endenden Namen. Daraus und zu Ehren des wildreichen Tsavo-Nationalparks und des Flusses Tsavo, der dieses Gebiet durchzieht, hatte deshalb Henry Platt, der ehemalige Präsident von Tiffany & Co., den Namen ''Tsavorit'' vorgeschlagen. Manchmal wird jedoch auch die Bezeichnung ''Tsavolith'' verwendet, wobei ''lith'' (Griechisch) für ''Stein'' steht.

Leider findet man nur vereinzelt Rohkristalle von mehr als 5 Karat, so dass ein geschliffener Tsavorit bereits ab Größen von zwei Karat recht selten und kostbar ist. Mit seinem frischen, lebhaften Grün, seinen guten Trageeigenschaften und seiner hohen Brillanz zu relativ günstigen Preisen ist er zweifellos einer der schönsten und beliebtesten grünen Edelsteine.



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